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Einsiedler Volksblatt, Samstag 15.12.2018 / 6. Jahrgang

Soll mit einer Einheitskasse Geld gespart werden, müssen Leistungen gestrichen werden

Von ALEX KUPRECHT | 24.06.2014

Soll mit einer Einheitskasse Geld gespart werden, müssen Leistungen gestrichen werden

Die Initianten behaupten: eine Einheitskasse würde die Kosten im Gesundheitswesen senken. Eine glaubwürdige Begründung sind sie bis heute schuldig geblieben. Für mich ist klar: dies ist ein leeres Versprechen. Mit einer Einheitskasse sparen wir keinen Franken, sondern legen eher noch mehr oben drauf. Von 100 Prämienfranken werden heute 95 Franken für medizinische Leistungen ausgegeben. Ohne Leistungen zu senken, müsste also bei diesen 5 Prozent gespart werden. Darunter fallen beispielsweise Löhne oder Marketingkosten. Von diesen fünf Prozent kann also wiederum nur ein sehr geringer Anteil gespart werden ohne Werbung. Die von den Initianten versprochenen 10 Prozent Einsparungen müssten also zu einem mehrheitlichen Teil direkt bei den medizinischen Leistungen eingespart werden, oder anders ausgedrückt: Rationierung, Zwangsbehandlung und Einschränkung der freien Arztwahl. Hinzu kommt, dass es wohl eher naiv ist zu glauben, dass eine staatlich geführte Einheitskasse weniger Administrativkosten haben wird als eine im Wettbewerb. Das gibt eher ein Staatsmoloch!

Kein Franken gespart

Selbst SP-Bundesrat und Gesundheitsminister Alain Berset sagt, dass sich mit der Einheitskasse keinen Franken sparen lässt. Dies ist nicht besonders erstaunlich, da es überhaupt keine Gründe gibt, dies überhaupt anzunehmen. Es wäre schlicht ein leeres Versprechen!
Wir müssen uns nun die Frage stellen, was denn mit den Prämien geschieht, wenn sie nicht sinken. Das Winterthurer Institut für Gesundheitsökonomie hat im Sommer 2013 nachvollziehbare Zahlen präsentiert. So würde alleine die Umstellung des Systems der heute 61 Krankenversicherer auf 26 kantonale Einheitskasse über 2 Milliarden Franken kosten. Ganz abgesehen davon, dass eine solche massive Systemumstellung auch diverse Probleme mit sich bringt. Ein mögliches IT-Debakel, wie beim Bund in letzter Zeit regelmässig anzutreffen, ist bei dieser Zahl beispielsweise noch nicht einberechnet. Ausserdem ist kaum abzuschätzen, wie der Übergang der Immobilien, der Reserven etc. abgewickelt würde und wäre wohl mit jahrelangen Rechtstreitereien verbunden.

Umstellung des Systems kostet über 2 Milliarden Franken

Wir müssen uns nun die Frage stellen, was denn mit den Prämien geschieht, wenn sie nicht sinken. Das Winterthurer Institut für Gesundheitsökonomie hat im Sommer 2013 nachvollziehbare Zahlen präsentiert. So würde alleine die Umstellung des Systems der heute 61 Krankenversicherer auf 26 kantonale Einheitskasse über 2 Milliarden Franken kosten. Ganz abgesehen davon, dass eine solche massive Systemumstellung auch diverse Probleme mit sich bringt. Ein mögliches IT-Debakel, wie beim Bund in letzter Zeit regelmässig anzutreffen, ist bei dieser Zahl beispielsweise noch nicht einberechnet. Ausserdem ist kaum abzuschätzen, wie der Übergang der Immobilien, der Reserven etc. abgewickelt würde und wäre wohl mit jahrelangen Rechtstreitereien verbunden.
Dies sind vorerst die wichtigsten direkten Kostentreiber einer Einheitskasse. Nicht zu unterschätzen sind jedoch auch die indirekten Auswirkungen der Einheitskasse auf die Gesundheitskosten. Der Wettbewerb setzt Anreize für die Kassen, die Administrativkosten so gering als möglich zu halten, dass sie wettbewerbsfähig bleiben, das fällt schon mal weg. Die Wahlfranchisen wirken doppelt Kostendämpfend. Erstens weil mehr Kosten selbst getragen werden und zweitens weil dies ein entsprechender Anreiz ist, weniger medizinische Leistungen zu konsumieren – der Wegfall dieser Elemente führt entsprechend zu höheren Kosten. Auch die Wahlmodelle wirken Kostendämpfend, da eine effizientere Behandlung ermöglicht wird – fallen diese weg, werden die Gesamtkosten wiederum grösser. Nun haben wir so ziemlich alles eliminiert, was kostendämpfend wirkt. Wie sollen wir da noch Kosten sparen?

Abbau von Leistungen vorprogrammiert

Um dem Versprechen der Kostensenkung nachzukommen, bleibt für die Initianten nur ein Mittel übrig: Der Abbau von medizinischen Leistungen. Über kurz oder lang bleibt der Einheitskasse gar keine andere Wahl. Eine Rationierung von medizinischen Leistungen lehnen wir entschieden ab. Jede Schweizerin und jeder Schweizer soll im Krankheitsfall rasch auf qualitativ hochstehende medizinische Versorgung zählen können. Monatelanges Warten auf Operationen soll es in der Schweiz nie geben.
Es gilt nochmals festzuhalten: Mit einer Einheitskasse sparen wir keinen Franken! Wir alle kennen das Beispiel der staatlichen Invalidenversicherung. 14 Milliarden Schulden haben sich angehäuft und nun muss gespart und über die Mehrwertsteuer refinanziert werden. Dieses Experiment dürfen wir bei der Grundversicherung nicht wagen.

Schädliche Nebenwirkungen

Zum Schluss gebe ich noch zu, dass die Telefonanrufe der Kassen auch mich nerven. Jedoch ist die Einheitskasse keine Lösung für dieses Problem, denn mit der Verstaatlichung der Grundversicherung würde einfach das Marketing über die Zusatzversicherungen weitergehen. Ich möchte allen, die sich über die Anrufe nerven, empfehlen den roten Knopf auf dem Telefon zu benutzen und dem Gespräch so ein Ende zu setzen. Der Einheitskasse zuzustimmen, hat hingegen äusserst schädliche Nebenwirkungen.

Quelle: www.einheitskasse-nein.ch

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