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Einsiedler Volksblatt, Dienstag 19.06.2018 / 6. Jahrgang

Übergangslösung stellt unterbruchsfreien Betrieb des Kraftwerks sicher

Von ROLAND LUTZ | 09.03.2015

Übergangslösung stellt unterbruchsfreien Betrieb des Kraftwerks sicher

Im Dezember 2014 haben sich die Konzessionsgeber des Etzelwerks und die Konzessionärin SBB AG zum fünften Mal zu formellen Verhandlungen getroffen. Am 10. und 16. März informieren beide Parteien an öffentlichen Veranstaltungen über den aktuellen Stand des Projekts und beantworten die Fragen der Bevölkerung. Schon jetzt ist klar: Die heutige Konzession wird wohl auslaufen, bevor eine neue in Kraft treten kann. Eine Übergangslösung schafft Sicherheit für einen reibungslosen Betrieb des Kraftwerks. Nach einer Laufzeit von 80 Jahren läuft die von den Kantonen Zürich, Zug und Schwyz sowie den Bezirken Einsiedeln und Höfe verliehene Etzelwerkkonzession im Jahre 2017 aus. Seit Juli 2013 verhandeln die Kantone Schwyz, Zürich und Zug sowie die Bezirke Einsiedeln und Höfe unter der Leitung des Schwyzer Landammanns Andreas Barraud mit der SBB über eine Neukonzession für das Werk.

Erster Konzessionsentwurf liegt vor

Nachdem sich die Parteien am 19. Dezember 2014 zum fünften Mal getroffen haben, liegt ein erster Konzessionsentwurf vor. Dieser thematisiert einerseits die Nutzung des Sihlseewassers im Etzelwerk und andererseits das Pumpen von Wasser aus dem Zürich- in den Sihlsee. Ebenfalls Gegenstand des Entwurfs ist die Option einer Überleitung der Alp in den Sihlsee zwecks Verbesserung des Hochwasserschutzes und Erhöhung der Stromproduktion. Schliesslich behandelt der Entwurf auch die Möglichkeit eines Dotierkraftwerks an der Staumauer «In den Schlagen», das die gesetzlich vorgeschriebene Restwassermenge zur Turbinierung nutzt.

Übergangslösung sichert Betrieb nach Mai 2017

Es zeichnet sich ab, dass die heutige Etzelwerkkonzession im Mai 2017 auslaufen wird, bevor eine neue in Kraft treten kann. Die Diskussionen und Gerichtsgänge zur Frage des Heimfalls haben die Verhandlungen stark verzögert. Damit der Betrieb des Etzelwerks jedoch zu jeder Zeit gewährleistet ist, soll die Lücke mittels einer Übergangskonzession von fünf Jahren geschlossen werden. Konzessionsgeber und SBB sind sich darüber bereits einig geworden. Im Februar 2016 finden dazu in den Bezirken Einsiedeln und Höfe Volksabstimmungen statt. Abschliessend muss die Übergangsregelung dem Schwyzer Kantonsrat zur Genehmigung vorgelegt werden. Die Kantone Zürich und Zug müssen dem Vorgehen mittels Regierungsratsbeschlüssen zustimmen.

Nur noch zwei mögliche Kraftwerksvarianten

Für die Erneuerung des Etzelwerks hat die SBB verschiedene Kraftwerksvarianten untersucht. Zwei davon verfolgt sie künftig weiter. Ein Wasserkraftwerk mit nur minim grösserer Leistung von heute 135 Megawatt auf künftig rund 150 Megawatt würde den Bedarf der SBB decken und weist die besten Wirtschaftlichkeitszahlen sowie die kleinsten Veränderungen für die Sihlseeregion auf (Seespiegelschwankungen und Einflüsse auf die Umwelt im heutigen Rahmen). Durch neue, leistungsstärkere Turbinen könnte die Leistung des Etzelwerks in einer sogenannten «Kombilösung» auf 250 Megawatt gesteigert und gleichzeitig der nachhaltige Hochwasserschutz für die Region Einsiedeln, das Gebiet unterhalb der Staumauer im Sihltal, die Stadt Zürich und das Limmattal markant verbessert werden.

Eine Steigerung der Leistung des Etzelwerks auf 500 MW verfolgt die SBB hingegen nicht mehr weiter. In Anbetracht der aktuellen Lage auf dem Strommarkt lässt sich kein Partner für einen Ausbau in dieser Grössenordnung finden. Gründe dafür sind die schwierigen, energiepolitischen Rahmenbedingungen, die derzeit extrem tiefen Strompreise in Europa, bedingt durch die Subventionierung von Sonnen- und Windenergie, die schwache Nachfrage aufgrund der Wirtschaftskrise, die tiefen Preise für CO2-Zertifikate sowie der schwache Euro. Die SBB erachtet zudem die Konsequenzen eines derartigen Kraftwerks für die Sihlseeregion als zu gross (Seespiegelschwankungen, Umweltschutz etc.). Die Konzessionsgeber und die SBB treffen sich im Sommer 2015 zur nächsten Verhandlungsrunde.

Öffentliche Informationsveranstaltungen

Am 10. und 16. März informieren Landammann Andreas Barraud und SBB-Gesamtprojektleiter Andreas Eggimann die Bevölkerung über den aktuellen Stand und das weitere Vorgehen im Projekt «Neues Etzelwerk».

- Dienstag, 10. März 2015, 20 Uhr, in Altendorf (Probelokal Dorfzentrum Altendorf)
- Montag, 16. März 2015, 20 Uhr, in Einsiedeln (Gemeindesaal Einsiedeln)

Quelle: www.sz.ch

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