Politik Bezirk Einsiedeln

Politik der SVP Bezirk Einsiedeln - Leserbriefe / Mitteilungen

Einsiedler Volksblatt, Mittwoch 21.02.2018 / 6. Jahrgang

Keine sozialistischen Profilierungsversuche

Von ULRICH GIEZENDANNER | 27.03.2014

Keine sozialistischen Profilierungsversuche

Nicht nur als Politiker, nein vor allem als “Patron alter Schule” lehne ich diese planwirtschaftliche Initiative ab. Seit 40 Jahren führe ich eine mittelgrosse Unternehmung. Zusammen, ich betone zu-sammen, mit meinen Mitarbeitern habe ich aus einer kleinen Fuhrhalterei ein international tätiges Logistikunternehmen aufgebaut. In Rothrist, im Kanton Aargau, liegt unser Stammhaus. Wir arbeiten ohne Gesamtarbeitsvertrag. Wie ist das möglich, wie findet man ohne GAV heute noch Personal? Ganz einfach, wir bieten schon seit vielen Jahren viel bessere Arbeitsbedingungen, als es ein GAV vorsehen würde. Wir haben praktisch keine Personalprobleme, weil wir die geschätzten Mitarbeiter nach ihrer Leistung bezahlen. Ja, geschätzte Damen und Herren, bei uns ist ein mittelmässiger Fahrer nicht gleich bezahlt wie der Starchauffeur. Ein Lehrling, der frisch von der Lehre kommt, hat keinen vom Staat festgelegten Min-destlohn. Er muss sich zuerst beweisen, um dann besser zu verdienen, als Angestellte ohne Ausbil-dung.

Zum Thema Lehrling

Jeder 18-Jährige kann heute die Führerprüfung für LKW’s machen. Dann macht er noch während einer Woche die CZV Ausbildung, dann ist er Chauffeur. Was soll also einen jungen Mann dazu bewegen, eine Meisterlehre als Lastwagenfahrer zu absolvieren, wenn er in einer „Schnellbleiche“ erst den Führerschein und dann sofort den Mindestlohn bekommt?

Internationale Konkurrenz

Ich sagte es schon, wir sind international tätig. Rund 70 Prozent unserer Fahrzeugflotte ist aber in der Schweiz immatrikuliert. Wir bezahlen Fahrzeugsteuern in der Schweiz. Wir betreiben unsere Werk-stätten in der Schweiz. Fahrzeuge werden aber im internationalen Verkehr oft von Grenzgängern gefahren. Wir stehen in internationaler Konkurrenz. Die Konkurrenz kommt oft aus Ostländern. In Bulgarien oder in Rumänien wird ein guter Fahrer mit ca. 600 Euro pro Monat bezahlt. Diese Fahr-zeuge verkehren in der EU und auch von und nach der Schweiz.
Sollten wir für unsere internationalen Fahrer den Mindestlohn bezahlen müssen, wäre das erstens ungerecht, weil die Lebenshaltungskosten im Elsass oder im süddeutschen Raum nicht vergleichbar mit den Kosten in der Schweiz sind, zweitens könnten wir auf gar keinen Fall mit den genannten Unternehmen aus dem Osten konkurrieren.
Die Folge sind klar: Ausflaggen mit den Fahrzeugen ins Ausland. Im Klartext: In der Schweiz würden massiv Arbeitsplätze verloren gehen. Unsere Geschäftsleitung will und muss sich auf dieses Szenario vorbereiten. Ich kann Ihnen deshalb schon heute sagen, dass wir gezwungen wären, allein in der Schweiz mindestens 24 Arbeitsplätze abzubauen.

Gewerkschaftstheoretiker

Diese Initiative wurde von Gewerkschaftstheoretikern entworfen. Sie ist arbeitnehmerfeindlich und in meinen Augen ein reiner Profilierungsversuch von einigen Politikern.
Zum Schluss meine Damen und Herren: Frankreich hat seit vielen Jahren einen Mindestlohn. Prüfen Sie, wie es den Arbeitnehmern in Frankreich geht. Deutschland will den Mindestlohn auf ca. Fr. 10.50 anheben. Machen Sie den Vergleich mit der Schweiz, die Schweiz will den Basislohn im Vergleich zu
Deutschland auf das Doppelte anheben und garantieren. Welche Wettbewerbsverzerrung dadurch entstehen würde, muss wohl nicht erklärt werden!

Quelle: www.svp.ch

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