Politik Bezirk Einsiedeln

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Einsiedler Volksblatt, Dienstag 20.02.2018 / 6. Jahrgang

Für ein einfaches, verständliches und erprobtes Wahlsystem

Von THOMAS HäNGGI | 01.02.2015

Für ein einfaches, verständliches und erprobtes Wahlsystem

Thomas Hänggi befragt Ständerat Peter Föhn zur Abstimmung über das Wahlverfahren für den Kantonsrat in Schwyz.

Thomas Hänggi befragt Ständerat Peter Föhn

Thomas Hänggi: Nationalrat Tschümperlin (SP) hat sich in Bern massiv gegen einen Teil der Kantonsverfassung gewehrt. Im Gegensatz zum Ständerat lehnte dann der Nationalrat das bisherige Wahlsystem im Kanton Schwyz ab.

Peter Föhn: Leider ist das so. Zuerst setzt man sich im Kanton Schwyz für die Annahme der vorliegenden Verfassung ein. Und in Bern engagieren sich dann genau die gleichen Leute massiv gegen unser bestehendes Wahlsystem. Das ist nicht ehrlich. Partei-Interessen waren offensichtlich wichtiger, als der Wille des Stimmbürgers.

Einzelne Verfechter des doppelten Pukelsheim drohen bereits mit dem Gang ans Gericht, wenn sie die Abstimmung verlieren:

Peter Föhn: Das zeigt das wahre Gesicht. Man will das Volk gefügig machen. Kommt ihre eigene Idee nicht durch, droht man mit dem Schritt ans Bundesgericht. Die direkte Demokratie wie die bewährte Gewaltenteilung wird so mit Füssen getreten! In der Schweiz hat zum Glück das Volk das letzte Wort – ob das Einige wollen oder nicht.

Wollen Kleinparteien die Mehrheit der Schwyzerinnen und Schwyzer „bevormunden“?

Peter Föhn: Genau, das ist der Punkt. Hier wollen Minderheiten die deutliche Mehrheit der Bevölkerung bevormunden. Das ist nicht richtig.

Peter Föhn, warum bist du für den Majorz und nicht für den Proporz nach doppeltem Pukelsheim?

Peter Föhn:
1. Beim Majorz sind in den Gemeinden einfach jene mit den meisten Stimmen gewählt. Ein einfacheres Wahlsystem gibt es nicht.

2. Der Pukelsheim ist sehr, sehr kompliziert und für einen einfachen Bürger nicht nachvollziehbar.

3. Für einzelne Gemeinden und Bezirke kann es völlig ungerecht sein. Unter Umständen sind nicht die Personen mit den meisten Stimmen aus der Gemeinde gewählt, sondern andere Gemeinden bestimmen (siehe Überraschungstopf!) wer ihr Kantonsrat in Schwyz wird.

4. Unter Umständen können Gruppierungen einen Vertreter mit sehr wenig Stimmen in der Gemeinde nach Schwyz entsenden. Denn es wird über den ganzen Kanton zusammengezählt.

Was heisst das?

Peter Föhn: Ich will doch nicht, dass z.B. die Ausserschwyzer Gemeinden bestimmen, welcher Muotathaler oder welche Partei/ Gruppierung uns im Kantonsrat zu Schwyz vertreten wird – oder umgekehrt! Gegen das einigermassen verständliche, und für die Gemeinden gerechteste Wahlsystem hat man sich mit Händen und Füssen gewehrt. Nun steht das verständliche Majorz- oder das kaum nachvollziehbare Pukelsheimsystem zur Wahl. Wetten, dass ihnen niemand den doppelten Pukelsheim – mit der genauen Berechnung – verständlich erklären kann.

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