Politik Bezirk Einsiedeln

Politik der SVP Bezirk Einsiedeln - Leserbriefe / Mitteilungen

Einsiedler Volksblatt, Montag 20.11.2017 / 5. Jahrgang

Dem Wohlstand eine Zukunft geben

Von ROLAND LUTZ | 17.08.2016

Dem Wohlstand eine Zukunft geben

Zur Steuergesetzrevision

Von den Gegnern der Steuergesetzrevision vornimmt man aus Leserbriefen Interessantes . So schrieb mein geschätzter Lieblingsbierbrauer: ”Mit der geplanten Einführung der Flat Rate Tax müsste nun vorallem der Mittelstand die Zeche bezahlen.” Tatsache ist, dass die Zeche zu 75% von den 10% Steuerzahlern beglichen wird, die man als Vielverdiener und / oder Vermögende bezeichnen darf. Rund 40% der Steuerpflichtigen müssen gar (fast) nichts abliefern. Der Mittelstand, also die restlichen 50%, kommt für 25% der Steuern auf. Ich kann das Fazit, dass das dem Mittelstand schade, mindestens rechnerisch nicht nachvollziehen. Man darf nun durchaus die proportionale Besteuerung - wer mehr verdient, zahlt einen höheren Satz - als Grundsatz vertreten. Im gleichen Atemzug sollte man aber reines Bier über die Konsequenzen einschenken: Ohne die Flat rate” - also bei der Ablehnung dieser Vorlage - steigen die Steuern nämlich mit dem bestehenden System für die Milchkühe” auf ein derart hohes Niveau, dass keine Neuzuzüge von potenten Steuerzahlern mehr zu erwarten sind. Zusätzlich kann davon ausgegangen werden, dass Teile der bisherigen Vielzahler sich nach einer neuen Steuerheimat umsehen. Schliesslich sind ja Viele wegen tieferen Steuern gekommen, warum sollten sie da bei einem besseren Angebot nicht auch wieder gehen? Diese Ausfälle hätte dann der Mittelstand mit einer schmerzhaft stärkerer Besteuerung zu kompensieren. Statt 20% mehr muss man dann von 40 - 60% mehr Steuern ausgehen. Von Linker Seite wird die Vorlage irritierenderweise auch bekämpft, obwohl deren Klientel (Arbeiter, Kleinverdiener) bis auf eine Kopfsteuer von CHF 100.- aus der Steuerpflicht genommen wird. Die SVP hat sich sehr kritisch mit der Steuervorlage auseinandergesetzt und mit einer klaren 6:1 Mehrheit die Vorteile der Flat rate” erkannt. Wobei man treffender vom kleinerem Übel” sprechen sollte, denn Steuererhöhungen sind nun wirklich die ultima ratio. Für den Mittelstand - also die Leute, die Steuern bezahlen und nicht Netto-Millionäre und / oder Grossverdiener sind - ist die Flat rate” per saldo die pragmatische Antwort auf die Beseitigung des Staatsdefizits und ein Selbstschutz vor einer drohenden viel höheren Steuerbelastung. Ich entschuldige mich hiermit noch dafür, dass der Text so lange geworden ist.

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